Einsatz für andere
von den anvertrauten Zentnern
Matthäus 25,14-
14Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an;
15 dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und ging außer Landes. Sogleich Zwei Knechte von drei machten sich sofort auf!
16 ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu.
17 Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu.
18 Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.
Was passiert wenn Christen ihre Erkenntnis und Wissen nicht mit der Welt teilen würden, sie würde grau und dunkel werden.
19 Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. Gericht Gottes
20 Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe fünf Zentner dazugewonnen.
21 Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
22 Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe zwei dazugewonnen.
23 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; In welchen Gottesbild lebt dieser Knecht, anscheinend hat er die Liebe Gottes nie erkannt.
25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine.
26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. Was haben die Wechseler damals im Tempel gemacht, sie regelten nicht einmal in keiner Weise den Gottesdienst, sie waren im Gottesdienst anwesend
28 Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat.
29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.
30 Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern.
Allgemein:
Dieser Bibelabschnitt lässt sich wunderbar als Gleichnis für Menschen verstehen, die – ob erst vor Kurzem oder schon seit ihrer Kindheit – mit Jesus Christus verbunden sind. Die entscheidende Frage bleibt dabei immer dieselbe:
-
-
Nehmen wir als Beispiel ein Kind, das in eine christliche Familie hineingeboren wird. In seinem Umfeld, der Gemeinde, spielt Musik eine zentrale Rolle. Das Kind kommt wie selbstverständlich früh mit verschiedenen Instrumenten in Berührung und erhält so bereits in jungen Jahren eine musikalische Grundausbildung. Unterstützt durch das Elternhaus lernt es vielleicht Klavier und schult seine Stimme. Gott schenkt hier das grundlegende Talent – die Fähigkeit zu singen und zu musizieren.
Mit dem Heranwachsen reift auch die persönliche Beziehung zu Jesus. Ab diesem Punkt wird es immer mehr zur eigenen, bewussten Entscheidung: Wofür setze ich meine Begabung ein? Nutze ich die Musik lediglich für den persönlichen oder beruflichen Erfolg – oder entscheide ich mich dazu, meine klare Stimme und mein Können auch dazu zu gebrauchen, Gott zu dienen und ihn zu ehren?
-
Die Quelle: Das Kind erkennt, dass die Stimme und das musikalische Gehör keine Eigenleistung sind, sondern ein Geschenk (Gnade). Die christliche Familie und die Gemeinde bilden nur das schützende Umfeld, in dem dieser Samen aufgehen kann.
Die Multiplikation: Gott freut sich, wenn Talente entwickelt werden. Es ist nichts Verwerfliches daran, beruflich erfolgreich zu sein. Die Frage ist jedoch: Bleibt das Talent „vergraben“ (nur für mich selbst genutzt) oder wird es „investiert“, um Gottes Reich zu bauen?
Die Hingabe: Wenn die Beziehung zu Jesus wächst, wandelt sich das „Ich muss in der Gemeinde spielen“ zu einem „Ich darf meine Stimme nutzen, um ihn zu ehren“. Der entscheidende Punkt ist die Herzenseinstellung: Dient die Musik meinem eigenen Ruhm oder wird sie zum Lobpreis?
Letztlich ist das Talent ein Werkzeug. Ein Klavier kann für eine weltliche Show genutzt werden oder um Menschen in die Gegenwart Gottes zu führen. Die Entscheidung liegt, wie du sagst, beim Einzelnen, sobald er flügge wird.
-
-
-
-
-
Währungstausch für die Tempelsteuer: Jeder erwachsene Jude musste eine jährliche Tempelsteuer entrichten. Diese durfte nicht in den gängigen römischen oder griechischen Münzen bezahlt werden, da diese Porträts von Kaisern oder Göttern trugen („Götzenbilder“) . Die Wechsler tauschten dieses Geld gegen den akzeptierten Tyrischen Schekel um .
Die Wechsler waren für das Funktionieren des Tempels essenziell, da die jährliche Tempelsteuer ausschließlich in der tyrischen Silberwährung (Schekel) entrichtet werden durfte.
Somit sollte eine Tätigkeit im Haus des Herrn das Minimum sein, wenn ich schon nicht nach draußen gehe und das Wort weiter gebe, sollte ich zumindest im Haus Gottes selbst meine Tätigkeit zeigen, z.B. In dem ich nicht nur zum Gottesdienst komme, sondern auch dort eine Mitarbeit habe.
Die besonderen Gaben des Geistes sind nicht die einzigen Gaben, die im Gleichnis durch Zentner oder Pfunde dargestellt werden. Hierin sind alle Gaben und Fähigkeiten, ob natürliche oder angeeignete, körperliche oder geistige eingeschlossen. Alle sollen im Dienste Christi benutzt werden. Wenn wir seine Jünger werden, übergeben wir uns ihm mit allem was wir sind und haben. Unsere Gaben gibt er uns gereinigt und veredelt zurück, damit wir sie zu seiner Ehre, zum Segen unserer Mitmenschen benutzen. CGl 324.2 Gott hat „einem jeden nach seinem Vermögen“ gegeben. Er hat die Zentner nicht nach seiner Laune bemessen. Wer imstande ist, fünf Zentner zu benutzen, empfängt fünf. Wer nur zwei verwerten kann, empfängt zwei. Wer weislich nur einen verwenden kann, erhält einen. Niemand braucht sich zu beklagen, daß er nicht mehr Gaben erhalten hat; denn er, der einem jeden das Seine zugeteilt hat, wird durch die Nutzanwendung der Güter geehrt, gleichviel ob dieselben klein oder groß sind. Der, dem fünf Zentner anvertraut worden sind, muß treu mit den fünfen handeln; wem nur ein Zentner gegeben ist, der hat nur den einen nützlich anzuwenden. Gott erwartet Früchte, nach dem ein Mensch hat, „nicht, nach dem er nicht hat.“ 2.Korinther 8,12. CGl 324.3 Die
Benutzung der Zentner
CGl 325 Im Gleichnis „ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit denselbigen, und gewann andere fünf Zentner. Desgleichen auch, der zwei Zentner empfangen hatte, gewann auch zwei andere.“ CGl 325.1 Die Gaben, wie wenige ihrer auch sein mögen, sollen benutzt werden. Die Frage von größter Wichtigkeit für uns ist nicht: wieviel habe ich empfangen? Sondern: was tue ich mit dem, das ich empfangen habe? Die Entwicklung aller unserer Kräfte und Gaben ist die erste Pflicht, die wir Gott und unseren Mitmenschen schulden. Wer nicht täglich fähiger und nützlicher wird, erfüllt seinen Lebenszweck nicht. Indem wir bekennen, an Christum zu glauben, verpflichten wir uns, unser möglichstes zu tun, um nützliche Arbeiter für den Meister zu werden; und wir sollten alle unsere Fähigkeiten bis zum höchsten Grade der Vollkommenheit ausbilden, damit wir möglichst viel Gutes tun können. CGl 325.2 Der Herr hat ein großes Werk, das getan werden muß, und er wird im zukünftigen Leben dem das meiste geben, der hier in diesem Leben am treuesten und willigsten diente. Der Herr wählt seine Werkzeuge und gibt ihnen an jedem Tage unter verschiedenen Umständen Gelegenheit, etwas in seinem Werke zu tun. Auf Grund eines jeden von Herzen kommenden Bestrebens, Gottes Plan auszuführen, wählt der Herr seine Werkzeuge, nicht weil dieselben vollkommen sind, sondern weil sie durch die Verbindung mit ihm Vollkommenheit erlangen können. CGl 325.3 Gott wird sich nur derer annehmen, die entschlossen sind, nach einem hohen Ziele zu streben. Er legt einem jeden menschlichen Werkzeuge die Pflicht auf, das Beste zu tun, was es tun kann. Sittliche Vollkommenheit verlangt er von allen. Wir sollten niemals den Maßstab der Gerechtigkeit herabsetzen, um ihn unseren ererbten oder genährten Neigungen zum Unrechttun anzupassen. Wir müssen erkennen, daß Unvollkommenheit des Charakters Sünde ist. Alle gerechten Charaktereigenschaften sind als ein vollkommenes, harmonisches Ganzes in Gott vereinigt und jeder, der Christum als einen persönlichen Heiland annimmt, hat das Vorrecht, diese Eigenschaften zu besitzen. CGl 326.1 Alle die Gottes Mitarbeiter sein wollen, müssen nach Vollkommenheit eines jeden Organs des Körpers, einer jeden Eigenschaft der Seele streben. Die wahre Erziehung ist eine Vorbereitung der körperlichen, geistigen und sittlichen Kräfte zur Verrichtung einer jeden Pflicht; sie besteht in der Ausbildung des Körpers, des Geistes und der Seele für den göttlichen Dienst. Dies ist die Ausbildung, die bis ins ewige Leben reicht. CGl 326.2 Der Herr fordert von einem jeden Christen, daß seine Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit in allen Zweigen zunehme. Christus hat mit seinem Blut und Leiden uns unseren Sold bezahlt, um sich unseren willigen Dienst zu sichern. Er kam auf unsere Welt, um uns ein Vorbild zu sein, wie wir wirken und mit welchem Geist wir an unsere Arbeit gehen sollten. Er will, daß wir darüber nachdenken sollen, wie wir sein Werk am besten fördern, seinen Namen in der Welt verherrlichen und dem Vater, der die Welt also geliebet hat, „daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16), mit Ehre krönen und ihm die größte Liebe und Hingabe bezeigen können.
CGl 326.3 Aber Christus hat uns keine Versicherung gegeben, daß es eine leichte Sache ist, Vollkommenheit des Charakters zu erreichen. Ein edler, vollkommener Charakter wird nicht ererbt; wir erhalten ihn nicht durch Zufall. Ein edler Charakter wird durch persönliches Streben mittels der Verdienste und Gnade Christi erlangt. Gott gibt die Zentner, die Verstandeskräfte; wir bilden den Charakter. Er wird durch harte, ernste Kämpfe mit dem eigenen Ich gebildet. Ein Kampf nach dem andern muß gegen ererbte Neigungen ausgefochten werden. Wir müssen uns selbst aufs genaueste kritisieren und dürfen nicht einen einzigen ungünstigen Charakterzug unberichtigt lassen. CGl 326.4 Niemand sage: ich kann meine Charakterfehler nicht ablegen. Wer zu dieser Entscheidung kommt, wird sicherlich des ewigen Lebens verlustig gehen. Die Unmöglichkeit liegt im eigenen Willen. Wer nicht will, der kann nicht überwinden. Die wirkliche Schwierigkeit entsteht durch die Verderbtheit eines ungeheiligten Herzens und die Unwilligkeit, sich der Herrschaft Gottes zu unterwerfen. CGl 328.1 Viele, die Gott befähigt hat, vortreffliche Arbeit zu tun, richten wenig aus, weil sie wenig versuchen. Tausende gehen durch dies Leben, als ob sie keinen bestimmten Lebenszweck und kein Ziel zu erreichen hätten. Solche werden eine ihren Werken angemessene Belohnung erhalten.
CGl 328.2 Bedenkt, daß ihr niemals ein höheres Ziel erreicht, als ihr euch selbst steckt. Darum setzt euch ein hohes Ziel und dann steigt Schritt für Schritt, selbst wenn es durch schmerzliche Anstrengungen, durch Selbstverleugnung und Selbstaufopferung führt, die ganze Stufenleiter hinauf. Laßt euch durch nichts hindern. Das Schicksal hat seine Maschen um kein menschliches Wesen so fest gewoben, daß es hilflos und in Ungewißheit bleiben muß. Schwierige Umstände sollten euch zu dem festen Entschluß bringen, sie zu überwinden. Das Wegräumen eines Hindernisses wird größere Fähigkeit und neuen Mut geben, vorwärts zu gehen. Dringt mit Entschlossenheit in der rechten Richtung voran, dann werden die Umstände eure Gehilfen und keine Hindernisse sein. CGl 328.3 Strebt ernstlich darnach, zu des Meisters Verherrlichung eine jede edle Charaktereigenschaft zu nähren. Ihr sollt zu jeder Zeit in eurem Charakteraufbau Gott gefallen. Das könnt ihr tun; auch Henoch gefiel Gott, obgleich er in einem entarteten Zeitalter lebte — und in unsrer Zeit gibt es auch noch hier und da einen Henoch.
CGl 328.4 Steht fest wie Daniel, jener treue Staatsmann, ein Mann, den keine Versuchung beirren konnte. Enttäuscht ihn nicht, der euch so liebte, daß er sein eigenes Leben gab, um eure Sünden auszutilgen. Er sagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Johannes 15,5. Bedenkt dies! Wenn ihr Fehler gemacht habt, könnt ihr sicherlich den Sieg gewinnen, wenn ihr diese Fehler erkennt und sie euch als Warnungslichter dienen laßt. So könnt ihr eure Niederlage in einen Sieg verwandeln, den Feind enttäuschen und euren Erlöser ehren. CGl 328.5 Ein nach dem göttlichen Bilde gestalteter Charakter ist der einzige Schatz, den wir von dieser Welt in die zukünftige mitnehmen können. Wer sich in diesem Leben unter die Lehren Christi stellt, wird das Göttliche, das er sich dadurch aneignet, in die himmlischen Wohnungen mitnehmen und wird im Himmel beständig vollkommener werden. Wie mächtig also ist die Entwicklung des Charakters in diesem Leben! CGl 329.1 Die himmlischen Wesen werden mit dem Menschen zusammenwirken, der mit festem Glauben nach jener Vollkommenheit des Charakters trachtet, die in Vollkommenheit der Handlungen zum Ausdruck kommt. Zu einem jeden, der sich an diese Aufgabe macht, sagt Christus: Ich bin zu deiner Rechten, um dir zu helfen. CGl 329.2 Indem der Wille des Menschen mit dem Willen Gottes zusammenwirkt, vermag er alles. Alles, was auf Gottes Befehl getan werden soll, kann auch in seiner Kraft getan werden. Alle seine Gebote sind auch Befähigungen. CGl 329.3
Geistige Fähigkeiten
CGl 329 Gott verlangt, daß die geistigen Fähigkeiten ausgebildet werden. Er will, daß seine Knechte mehr Verstand und klarere Unterscheidungskraft haben, als der Weltmensch. Ihm mißfallen die, welche zu achtlos oder zu träge sind, um fähige, gutunterrichtete Arbeiter zu werden. Er gebietet uns, ihn von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit allen Kräften und dem ganzen Gemüt zu lieben. Dadurch wird uns die Verpflichtung auferlegt, die Verstandeskraft zu ihrer vollsten Entwicklung zu bringen, damit wir unseren Schöpfer recht erkennen und mit ganzer Seele lieben können. CGl 329.4 Je gründlicher unsere Verstandeskraft entwickelt wird, wenn sie unter den Einfluß des Geistes Gottes gebracht ist, um so wirksamer kann sie im Dienste Gottes benutzt werden. Der ungebildete Mann, der sich Gott geweiht hat und den darnach verlangt, anderen zum Segen zu werden, kann und wird auch vom Herrn in seinem Dienste benutzt werden. Die aber, welche außer diesem Geist der Hingabe das Vorrecht einer gründlichen Ausbildung gehabt haben, können ein viel größeres Werk für Christum tun. Sie nehmen eine vorteilhaftere Stellung ein. CGl 330.1 Der Herr wünscht, daß wir unsere Kenntnisse soviel wie möglich erweitern, und zwar mit dem Ziel vor Augen, sie anderen mitteilen zu können. Niemand kann wissen, wo oder wie Gott ihn beruft, für ihn zu wirken oder zu sprechen. Unser himmlischer Vater allein sieht, was er aus dem Menschen machen kann. Oft liegen Möglichkeiten vor uns, die unser schwacher Glaube nicht erkennt. Wir sollten aber so ausgebildet sein, daß wir, wenn es sein muß, die Wahrheit des Wortes Gottes vor den höchsten irdischen Autoritäten in einer solchen Weise vorführen können, daß sein Name dadurch verherrlicht wird. Wir sollten auch nicht eine Gelegenheit unbenutzt vorübergehen lassen, um für das Werk Gottes geistig befähigt zu werden. CGl 330.2 Die Jugend, welche einer Ausbildung bedarf, sollte mit Entschlossenheit darangehen, sie zu erlangen. Wartet nicht, bis sich euch eine Gelegenheit bietet, schafft euch selbst eine. Ergreift jede kleine Gelegenheit, die sich euch darbietet, etwas zu lernen. Übt Sparsamkeit, gebt euer Geld nicht für die Befriedigung des Appetits oder für Vergnügungen aus. Seid entschlossen, so nützlich und tüchtig zu werden, wie Gott euch beruft zu sein. Seid gründlich und treu in allem, das ihr unternehmt. Ergreift alle in eurem Bereich liegenden Vorteile, um euren Geist auszubilden. Vereinigt das Studium von Büchern mit nützlicher, körperlicher Arbeit und sichert euch durch treues Streben, durch Wachsamkeit und Gebet die Weisheit, die von oben kommt. Dies wird euch eine vielseitige Ausbildung geben. Auf diese Weise werdet ihr euren Charakter entwickeln und einen Einfluß über andere gewinnen, der euch befähigen wird, sie auf den Pfad der Gerechtigkeit und Heiligkeit zu führen. CGl 330.3 Es könnte viel mehr Erfolg in der Selbstbildung erzielt werden, wenn wir unsere Gelegenheiten und Vorrechte erkennen und benutzen würden. Wahre Bildung umfaßt mehr als die Hochschulen geben können. Obgleich das Studium der Wissenschaften nicht vernachlässigt werden sollte, so gibt es doch eine höhere Bildung, die nur durch eine lebendige Verbindung mit Gott zu erlangen ist; deshalb nehme ein jeder Schüler seine Bibel und verkehre mit dem großen Lehrer und lasse seinen Geist so ausgebildet, so erzogen werden, daß er es mit den Schwierigkeiten im Forschen nach göttlicher Wahrheit aufnehmen kann. CGl 331.1 Die, welche nach Erkenntnis hungern, um ihren Mitmenschen zum Segen sein zu können, werden selbst Segen von Gott empfangen. Durch das Studium seines Wortes werden ihre geistigen Kräfte zu ernster Tätigkeit angeregt. Ihre Fähigkeiten werden sich entwickeln und erweitern, und die geistige Fassungskraft wird an Stärke und Tüchtigkeit zunehmen. CGl 331.2 Selbstzucht muß von einem jeden, der für Gott arbeiten will, geübt werden. Dies wird mehr ausrichten, als Beredsamkeit, oder selbst die glänzendsten Talente. Durch einen gewöhnlichen, aber gut in Zucht gehaltenen Verstand wird ein Mensch mehr und bessere Arbeit verrichten, als wenn er die beste Erziehung genossen und die größten Gaben hat, aber keine Selbstbeherrschung besitzt. CGl 331.3
Die Sprache
CGl 331 Das Sprachvermögen ist eine Gabe, die sorgfältig ausgebildet werden sollte. Von allen Gaben, die wir von Gott empfangen haben, kann keine zu einem größeren Segen werden, als gerade diese. Mit der Stimme können wir überzeugen und überreden; mit ihr bringen wir Gott Gebete und Lobpreisungen dar, mit ihr erzählen wir anderen von der Liebe des Erlösers. Wie wichtig ist es also, sie so auszubilden, daß sie die höchste Wirkung zum Guten ausübt. CGl 331.4 Die Ausbildung und der richtige Gebrauch der Stimme werden sehr vernachlässigt, sogar von Personen, die einsichtsvoll und für Christum tätig sind. Viele sprechen entweder so leise oder so schnell, daß sie nicht leicht verstanden werden können. Einige haben eine schwere, undeutliche Aussprache; andere sprechen in scharfen, schrillen Tönen, die den Hörern unangenehm sind. Schriftstellen, Lieder, Berichte und andere Notizen, die in öffentlichen Versammlungen vorgelesen werden, werden oft so gelesen, daß sie nicht verstanden werden können, und oft so, daß die ganze Kraft und Nachdrücklichkeit derselben verloren gehen. CGl 332.1 Dies ist ein Übel, dem abgeholfen werden kann und sollte. Die Bibel gibt uns eine Anweisung betreffs dieses Punktes. Von den Leviten, die in den Tagen Esras die heiligen Schriften dem Volke vorlasen, wird gesagt: „Und sie lasen im Gesetzbuch Gottes klar und verständlich, daß man verstand, was gelesen ward.“ Nehemia 8,8. CGl 332.2 Durch Fleiß und Anstrengung können alle die Fähigkeit erlangen, verständlich zu lesen und in einem vollen, klaren Ton, in deutlicher und eindrucksvoller Weise zu sprechen. Wenn wir uns darin üben, können wir unsere Tüchtigkeit als Arbeiter für Christum ganz bedeutend erhöhen. CGl 332.3 Ein jeder Christ ist berufen, andere mit den unerforschlichen Reichtümern Christi bekannt zu machen; deshalb sollte er nach Vollkommenheit im Sprechen trachten. Er sollte das Wort Gottes in einer Weise vortragen, die es den Zuhörern angenehm macht. Gott will nicht, daß seine menschlichen Werkzeuge rauh und grob sein sollen. Es ist nicht sein Wille, daß der Mensch den himmlischen Strom, der durch ihn in die Welt fließt, verringern oder herabwürdigen soll. CGl 332.4 Wir müssen auf Jesum, das vollkommene Muster, blicken, um die Hilfe des Heiligen Geistes bitten und in seiner Kraft darnach trachten, ein jedes Organ so auszubilden, daß es seine Aufgabe in vollkommener Weise erfüllen kann. CGl 332.5 Ganz besonders gilt dies denen, die zum öffentlichen Dienst berufen sind. Prediger und Lehrer sollten bedenken, daß sie dem Volke eine Botschaft geben, die ewige Angelegenheiten einschließt. Die von ihnen verkündigte Wahrheit wird sie am jüngsten Tage richten und für einige Seelen wird die Art und Weise, wie sie die Botschaft verkündigen, ihre Annahme oder ihre Verwerfung bestimmen. Möge das Wort deshalb so gesprochen werden, daß es das Verständnis ergreift und Eindruck auf das Herz macht. Es sollte langsam, deutlich, feierlich und mit allem Ernst, den die Wichtigkeit der Botschaft verlangt, gesprochen werden. CGl 332.6 Die richtige Ausbildung und Benutzung des Sprachvermögens kommt in allen Zweigen christlichen Wirkens zur Geltung; Sie macht sich bemerkbar im Familienleben und in unserem Verkehr miteinander. Wir sollten uns daran gewöhnen, im angenehmen Ton zu sprechen, reine und richtige Ausdrücke und gütige, liebevolle Worte zu gebrauchen. Liebliche, gütige Worte sind der Seele wie ein Tau und sanfter Regen. Die Schrift sagt von Christo, daß seine Lippen holdselig waren, daß er „wisse, mit dem Müden zu rechter Zeit zu reden.“ Psalm 45,3; Jesaja 60,4. Und der Herr gebietet uns: „Eure Rede sei allezeit lieblich,“ „daß es holdselig sei zu hören.“ Kolosser 4,6; Epheser 4,29. CGl 333.1 Indem wir versuchen, andere dahin zu bringen, daß sie unrichtige Gewohnheiten ablegen, sollten wir in der Benutzung unserer Worte sehr sorgfältig sein. Sie werden ein Geruch des Lebens zum Leben, oder ein Geruch des Todes zum Tode sein. Viele bedienen sich, wenn sie tadeln oder einen Rat geben, scharfer, harter Ausdrücke, Worte, die nicht geeignet sind, die verwundete Seele zu heilen. Durch solche unüberlegten Ausdrücke wird der Geist gereizt und oft werden die Irrenden zur Widerspenstigkeit angeregt. Alle, die für die Grundsätze der Wahrheit eintreten wollen, müssen das himmlische Öl der Liebe empfangen. Unter allen Umständen sollten tadelnde Worte liebreich gesprochen werden. Dann werden unsere Worte bessernd und nicht erbitternd wirken. Christus wird durch seinen Heiligen Geist die Kraft, die Macht geben. Dies ist sein Werk. CGl 333.2 Nicht ein Wort darf unbedacht gesprochen werden. Kein Afterreden, kein leichtfertiges Gespräch, kein verdrießliches Murren, keine unreine Andeutung wird den Lippen derer entweichen, die Christum nachfolgen. Der Apostel Paulus sagt durch die Eingebung des Heiligen Geistes: „Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen.“ Epheser 4,29. Mit faulem Geschwätz sind nicht nur ruchlose Worte gemeint, sondern irgend ein Ausdruck, der gegen heilige Grundsätze und reine, unbefleckte Religion ist, der unreine Andeutungen und verdeckte, auf Böses hinzielende Anspielungen enthält. Wenn solchem Geschwätz nicht sofort widerstanden wird, kann es die Ursache zu großer Sünde werden. CGl 333.3 Jeder Familie, jedem Christen obliegt die Pflicht, gemeiner, verderbter Sprache den Weg zu versperren. Wenn wir in Gesellschaft solcher sind, die sich törichtem Geschwätz hingeben, so ist es unsere Pflicht, wenn möglich, das Thema der Unterhaltung zu ändern. Durch die Gnade Gottes sollten wir ruhig ein paar Worte einschalten, oder durch irgend einen Gegenstand die Unterhaltung auf ein nützlicheres Gebiet lenken. CGl 334.1 Es ist die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu richtigen Gewohnheiten in der Redeweise anzuleiten. Die allerbeste Schule hierzu ist das Familienleben. Von frühester Jugend an sollten die Kinder gelehrt werden, achtungsvoll und in Liebe zu ihren Eltern und zueinander zu sprechen. Man sollte sie lehren, daß nur sanfte, wahre und reine Worte über ihre Lippen kommen dürfen. Die Eltern selbst sollten täglich in der Schule Christi lernen. Dann können sie durch Wort und Beispiel ihre Kinder lehren, wie man ehrbarlich und „mit heilsamem und untadeligem Wort“ (Titus 2,7.8) redet. Dies ist eine ihrer größten und verantwortlichsten Pflichten. CGl 334.2 Als Nachfolger Christi sollten unsere Worte derart sein, daß sie anderen zur Hilfe und zur Ermutigung im christlichen Leben dienen. Wir müssen weit mehr als wir es tun, von unseren köstlichen Erfahrungen reden. Wir müssen von der Barmherzigkeit und Güte unseres Gottes, von der unvergleichlichen Tiefe der Heilandsliebe zeugen. Unsere Worte sollten Worte des Lobes und des Dankes sein. Wenn Gemüt und Herz von der Liebe Gottes erfüllt sind, wird sich dies in unserer Unterhaltung offenbaren. Es wird nicht schwierig sein, etwas mitzuteilen, was unser geistliches Leben durchdrungen hat. Große Gedanken, edles Streben, klare Begriffe von der Wahrheit, selbstlose Absichten, das Verlangen und Sehnen nach Frömmigkeit und Heiligkeit werden sich in Worten kundtun, aus denen die Natur des Schatzes, den wir im Herzen haben, ersichtlich ist. Wenn Christus so in unseren Worten offenbart wird, dann werden sie auch Macht haben, Seelen für ihn zu gewinnen. CGl 334.3 Wir sollten von Christo reden zu denen, die ihn nicht kennen. Wir sollten handeln, wie er handelte. Wo er auch war, in der Synagoge, auf der Landstraße, in dem vom Ufer abgestoßenen Schiff, beim Gastmahl des Pharisäers oder am Tische des Zöllners: überall sprach er zu den Menschen von den Dingen des höheren Lebens. Die Dinge in der Natur, die Vorkommnisse des täglichen Lebens wurden von ihm mit dem Worte der Wahrheit in Verbindung gebracht. Die Herzen seiner Zuhörer wurden zu ihm hingezogen; denn er hatte ihre Kranken geheilt, die Betrübten unter ihnen getröstet, ihre Kinder in seine Arme genommen und gesegnet. Wenn er seine Lippen öffnete, um zu sprechen, war ihre Aufmerksamkeit gefesselt und jedes Wort wurde irgend einer Seele ein Geruch des Lebens zum Leben. CGl 335.1 So sollte es auch mit uns sein. Wo wir auch sind, sollten wir uns nach Gelegenheiten umschauen, zu anderen vom Heilande zu sprechen. Wenn wir Christi Beispiel folgen und anderen Gutes tun, dann werden sich auch uns die Herzen erschließen, wie sie sich ihm erschlossen. Nicht hastig, sondern mit von göttlicher Liebe geborner Anmut können wir ihnen von dem erzählen, der „auserkoren unter vielen Tausenden“ und „ganz lieblich“ (Hohelied 5,10.16) ist. Auf diese Weise können wir in dem höchsten, edelsten Werk die uns verliehene Gabe der Sprache benutzen. Sie wurde uns gegeben, um Christum als den sündenvergebenden Heiland darstellen zu können. CGl 335.2